Die Endung -inghausen lässt auf eine Besiedlung im 9./10. Jahrhundert durch die Borchter schließen, die an der mittleren Ruhr lebten und bis zu Karls Sachsenkriegen unter sächsischer Herrschaft standen.
1189 wurde das Kirchspiel Lüttringhausen erstmals in Urkunden als Besitz der Grafschaft Berg genannt. Der Hauptort Lüttringhausen wurde 1240 an die bergische Ministerialadelsfamilie Familie von Bottlenberg verliehen und zur Freiheit ernannt. Das Lehen bestand bis 1824.

1211 war in den Niederlanden der Orden der Kreuzherren gegründet worden, die 1289 in Beyenburg ein Kloster errichteten und seither dort ansässig sind. 2012 lebten von den letzten acht Kreuzbrüdern in Nordrhein-Westfalen noch zwei in Beyenburg. Zu deren Hauptpatronin wurde 1287 die Heilige Odilia, als ein Kreuzbruder die Gebeine der Heiligen in Köln entdeckt hatte. 1964 wurde ein Teil der Reliquien in einer feierlichen Prozession nach Beyenburg gebracht, wo sie in der Klosterkirche Sankt Maria Magdalena verehrt werden.
In den umliegenden Höfen des Kirchspiels übten dagegen die bergischen Grafen die Grundherrschaft aus. Bis 1407 war das Kirchspiel Lüttringhausen Teil des bergischen Amtes Bornefeld, wurde aber am 8. Oktober des Jahres dem bergischen Gefolgsmann Eberhard von Limburg verpfändet, dem Amtmann des bergischen Amtes Beyenburg. Ursprünglich hatte das Kirchspiel Lüttringhausen aus den Honschaften Hohenhagen, Erbschloe, Garschagen und Walbrecken bestanden. Eberhard fügte das Kirchspiel seinem Amt Beyenburg hinzu, wo es bis zum Ende des Herzogtums Berg 1806 verblieb. In diesem langen Zeitraum lagen auch die Höfe der Honschaft Erbschloe im Kirchspiel Lüttringhausen, die heute zur kreisfreien Stadt Wuppertal (Stadtteile Ronsdorf und Heckinghausen) gehören.
Die alte Handelsstraße der Hanse von Brügge nach Lübeck führte als Hauptachse für das Transportwesen durch Lüttringhausen, dann weiter nach Lennep (das auch Mitglied der Hanse war) und weiter ins Sauerland. Um die Zeit der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert entsandte man vom Hof Olpe den „Alf ut der Olpe“ in den Bereich der Hanse. 1406 wurde er Ratsherr in der Hansestadt Riga.
 
Bisherige Namen:
Luthelminchusen (1150; 1312), Lutilminchusen (1316), Lutmennynchusen (1363), Lutterkausen, Lutterkaußen, Lutterkusen (1365), Lutterkuiß (1455), Luttrynkhusen (1502), Lutherynkhusen (1519), Luttringhausen und Lüttringhausen (1542).
Viele Sprachforscher gehen jedoch davon aus, dass sich Mundarten nur sehr langsam verändern, so dass z.B. die Lüttringhauser immer schon "Lütterkusen" sagten, einerlei, ob ihr Ort gerade altniederfränkisch (vor 1300) "Luthelminchusen", mittelniederdeutsch (1300 - 1500) "Lutterkußen", "Lutterkausen", "Luttriynkhusen" oder frühneuhochdeutsch (1500 - 1650) "Lutrichausen" oder auch schon "Luttringhausen" geschrieben wurde.
 
Lüttringhausen um 1600
Lüttringhausen um 1600
 
Stadtgebiet
Zu Lüttringhausen gehörten die Honschaften Erbschlö-Gasshagen, Walbrecke und Hohenhagen. Erbschlö kam 1745 zivilrechtlich zur Stadt Ronsdorf, gehörte aber kirchlich noch längere Zeit zu Lüttringhausen.
Vereinigung von Beyenburg mit Lüttringhausen 1811.
Die Bürgermeisterei (Stadt) Lüttringhausen umfaßte außer dem alten „Dorf" Lüttringhausen 1871: 113, 1885: 107 Wohnplätze, nämlich:
Kirchdorf Beyenburg;
Bauerschaften Birgden, Clausen, Farrenbracken, Frielinghausen, Goldenberg, Grund, Halbach, Herbringhausen, Laaken, Mühle, Nüdelshalbach, Obergarschagen, Spelsberg, Westen, Windgassen, Wüste;
Höfe: Birke, Blume, Clarenbach, Cluse, Dahlhauserbrücke, Düringenfeld, Eisernstein, Gangolfsberg, Graben, Grünenbaum, Grünenthal, Grünewald, auf dem Hagen, Hardt, Hardtbach, Hardtkammer, Hardtplätzchen, in der Heide, Hengsten, Heusiepen, Hohenhagen, Hutte, Jägerhof, Kotthausen, Kranen, Kreuzberg, Kreuzmühle, Langenhaus, Lohmühle, Luckhausen, Mesenhol, Mittelgarschagen, Mosblech, Neuenhof, Neuenweg, Niederdahl, Niedersondern, Niederspieker, Nöllenberg, Oberhof, Oberdahl, Obersondern, Oberspieker, Olingrath, Olpe, Rosenthal, Rottland, Rotzkotten, Scharpenstein, Seringhausen, Siepenplatz, Sieperhof, Spiekerlinde, Steinhaus, Stoffelsberg, Stursberg, Untergarschagen, Walbrecken, Wefelpütt, Windfoche, Wüstenhagen;
Hammerwerke: Breit-, Clauser-, Clemens-, Gründer-, Kranenholler-, Laaker-, Lenhartz-, Wester und Wüsterhammer, Hägenermühle, Kranenholl;
Schleifereien : Neuen- und Wüstenkotten;
Fabriken: Dahlerau, Leyermühle, Niederdahlhausen; Brennerei Beyenburgerbrücke;
Einzelhäuser : Clauserdelle, Eiche, Felderhof, Flügel, Grüne, Grünenbaum, vor der Hardt, Herbringhauserbach, Luckhauserkotten, Neuenhaus, Neuenland, Öderschlenke, Spiekerheide, Stollen, Trompete; Bahnhof Düring.
Stadtgebiet 1885: 3389 ha, davon 1433 ha Acker, 295 ha Wiese, 1379 ha Wald.
Bei der Grenzregulierung 1893 erhält Lüttringhausen von Lennep einige Enklaven und tritt an Lennep ab : Rotzkotten, an Remscheid: Wüstenhagen, Hohenhagen und Hägenermühle.
Grenzregulierung 1899, Lüttringhausen erhält von Ronsdorf: Voßholt, Kleinhülsberg und Eiche, und tritt ab an Ronsdorf: Graben, Hütte und Mühle.
Lüttringhausen wurde 1929 ohne Beyenburg mit Remscheid vereinigt.